Fernsehen? Lieber Netflix und Amazon – Die Probleme der Privatsender

Zuschauerzahlen, Marktanteile, Sehdauer, Werbeumsätze: die großen Probleme der großen Privatsender

Die deutschen TV-Sender stehen mit einem Bein in einer existenziellen Krise

Jüngst bezeichnete der ProSieben Chef die Senderzuschauer quasi als fett und dumm, der Wortlaut mag etwas harmloser gewesen sein, aber grundsätzlich ist das doch bezeichnend für die Beziehung zwischen dem Privatfernsehen und seinen Zuschauern.

Seit Jahren gehen die Zuschauerzahlen und die Sehdauer zurück. Dabei könnte man doch im Allgemeinen eher annehmen das die Menschen in unsicheren Zeiten gerne auf harmlose Unterhaltung in den eigenen vier Wänden zurückgreifen würden?! Und das ist auch ganz sicher der Fall, jedoch schauen immer mehr Menschen, auch ich, sehr viel lieber über Video-Dienste wie Netflix und Amazon Prime. Und die Liste der Gründe sich an einem Samstag Abend lieber netflixend auf dem Sofa zu lümmeln, als die Werbeparade im TV zu ertragen könnte länger gar nicht sein. Etliche nervige Werbepausen sind da nur der Anfang.

Werbung – Nein, danke!

Auch die Werbeeinnahmen brechen seit Jahren zunehmend ein. Hat man beispielsweise bei ProSieben 2017 im Vergleich zum Vorjahr rund 5% eingebüßt. Mag erstmal nicht nach viel klingen, müsste unter Werbeprofis ein absolut alarmierendes Signal für Veränderungen sein. Doch die sucht man gerade bei den großen Privatsendern vergeblich. Tagsüber läuft die millionste Wiederholung von „Big Bang Theroy“ und anderen ausgelutschten Serien, oder man sendet billig produzierte Dumpfnasensendungen a la „Verdachtsfälle“. Und auch in der Abendunterhaltung sucht man die großen Neuheiten vergeblich. Dabei hat man gerade bei ProSieben nach dem Stefan Raab Weggang einiges an Geld eingespart, wo das jetzt gerade landet kann nur spekuliert werden. Mein ganz persönlicher Tipp sind da die Taschen der Chefetagen (wie unerhört rufmörderisch von mir).

Mein Rat an alle Fernsehfans

Wer kein Interesse oder sonstige Hemmungen gegenüber Streamingdiensten hat, dem emfpehle ich ab und an mal einen Sendersuchlauf zu starten, und den kleinen und unbekannten Sendern eine Chance zu geben. Bestes Beispiel ist da meiner Meinung nach Tele 5. Unter Freunden guter schlechter Unterhaltung längst ein alter Hut, aber für die verprellten Zuschauer der großen Drei (ProSieben, Sat1, RTL) durchaus eine Alternative.

Ich beispielweise sehe mir besonders gerne SchleFAZ an. Wer das nicht kennt – hier ein kleines Appettithäppchen:

Die Teppich-Rollade #carpetrolling

In diesem Sinne, ich wünsche einen gut unterhaltenen Jahresstart und möglichst wenig Werbung!

Teilen mit: