Studieren in Berlin – Großstadtmärchen Studentenleben

Großstadtmärchen Studentenleben

Abi gepackt! Schnitt, natürlich, möglichst gut, Berufswahl getroffen, Studium vor Augen.

Und wo studiert es sich am besten? Natürlich in Berlin – die Stadt der Städte!

Zwar wird in Berlin der Zugezogene immernoch kritisch beäugt und der echte Berliner erkennt natürlich jeden „Dauertouristen“ sofort, doch trotz der nicht allzu ausgeprägten Willkommenskultur ziehen Berlin und viele andere Großstädte geradezu magisch an.

Junge Menschen gibt es etliche die nach Berlin gezogen sind oder es noch vor haben. Meist wegen ihres Studiums. Es ist aber auch verflixt verlockend in Berlin zu studieren. Schließlich gibt es nirgendwo mehr zu erleben als in der Hauptstadt. Allein die Geschichte der Stadt birgt so viel wie kaum eine zweite.

Doch natürlich lockt nicht nur die Geschichte, auch und vor allem sind es die Menschen, die vielen Freizeitmöglichkeiten, die junge und kreative Unternehmerschaft der etlichen Startups und damit verbundene Chancen an frischen innovativen Ideen mitzuwirken.

Und natürlich freut man sich auch auf das Studentenleben.

Besonders als Student mit wirtschaftlichen Ambitionen ist das Networking ein viel umworbenes Mittel um Kontakte für den späteren Beruf zu knüpfen. Aber auch die Kreativen, die Politischen, die Gesellschaftlichen lieben es sich in Gruppen zu finden, Ideen im Kollektiv wachsen zu lassen und sie am Abend mit Spirituosengenuss zu veredeln – oder vergessen.

Doch ist die romantisierte Vorstellung des Studentleben tatsächlich Realität?!

In vielen Fällen wohl ein klares NEIN! Stress mit Prüfungen und deren Zeiträumen, mangelhaft informative Vorlesungen, viele (häufig zu viele) Stundcn Arbeit in Eigenregie, und nicht zu vergessen der finanzielle Aspekt. Sicherlich hängen gerade die Kosten für und um ein Studium vornehmlich vom Bundesland und der Art der Universität ab, und schwanken dementsprechend stark. Aber es will ja auch noch gegessen, getrunken und gelebt werden.

Viele Studenten, gerade in Großstädten sind auch von den langen Fahrtwegen enttäuscht, 30 Minuten werden da noch als sehr kurz empfunden.

Manch einer wünscht sich das Studieren nach ausländischen Vorbildern mit Wohncampus und ordentlicher staatlicher Unterstützung. Stattdessen darf sich laut Die Welt jeder Dritte Student in Deutschland verschuldet auf den Weg ins Berufsleben machen.

Das entspricht alles so gar nicht dem wunderbar lässigen Alltag den viele vor Augen haben, wenn sie nach dem Abitur an ihr Studium denken. Wer sich gut informiert ist im Vorteil und mag die Nische finden in der er sein Studium erwartungsgemäß angehen kann, ist aber dennoch nie gegen böse Überraschungen gefeit. Auch die noch so akribischste Vorbereitung kann einen nicht davor bewahren sich nach der halben Studienzeit zwischen Nebenjob, zu wenig BAföG, und der Prüfungslast erdrückt zu fühlen.

Leider wird es in Deutschland den Studenten nach wie vor unnötig schwer gemacht. Dabei haben viele nicht einmal den Anspruch auf ein möglichst „entspanntes“ Studium – die meisten starten voller Ehrgeiz und Ambitionen und werden von bürokratischen, menschlichen und organisatorischen Hürden nach und nach ausgebremst. Das kann kaum dem Bildungsziel der Regierung entsprechen – den Studenten so früh die Energie zu rauben?!

Doch was tun?!

Letztlich, und das muss ich auch regelmäßig meiner Partnerin verdeutlichen, ist es keine Schande unter diesen Umständen an manchen Hürden zu stolpern oder gar zu scheitern. Die Steine im Weg des Studierenden sind zwar alle nervig und viele unnötig, was aber nichts an ihrer Existenz ändert.

Also bleibt es einem wohl nur sich seinen Mut zu wahren um nach dem allseits bekannten Fall wieder aufzustehen.

Vermutlich geben ohnehin viel zu viele junge Menschen das Traumstudium aufgrund der widrigen Umstände auf, oder geben sich mit weniger zufrieden. Und das ist für mein Empfinden der einzige Fehler den der Studierende selbst zu häufig macht.

In unserer Gesellschaft zu scheitern wird leider nach wie vor zu oft als ganz persönliche Niederlage emfpunden.

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